Rauputz glätten oder überputzen – Methoden und Anleitung
Malermeister ThomasShare
Rauputz ist robust und preiswert, sieht aber nicht mehr zeitgemäß aus. Es gibt zwei Wege: Glätten für ein feines Finish oder Überputzen für völlig neue Struktur. Welcher Weg passt zu dir? Wir zeigen dir beide Methoden mit Kosten und Aufwand.
⏱ Zeitaufwand: 2–4 Stunden pro 20 m² (hängt von Methode ab)Das Problem mit Rauputz
Rauputz war lange Zeit die Standard-Oberflächenfinish für deutsche Wohnungen. Die raue Struktur ist praktisch – sie verbirgt kleine Unebenheiten, ist robust und preiswert. Aber: Sie wirkt heute altmodisch und wird von immer mehr Menschen als unästhetisch empfunden. Außerdem sammelt sich Staub in den Rauhigkeiten, was die Reinigung erschwert.
Wenn du dich für modernere Wände entscheidest, hast du zwei realistische Optionen: Glätten oder Überputzen. Jede Methode hat Vor- und Nachteile. Hier zeige ich dir ehrlich, welche für dein Projekt passt.
Methode 1: Rauputz glätten – Der sparsame Weg
Wie funktioniert Glätten?
Beim Glätten wird die Rauputzoberfläche mit feinen Spachtelmassen gefüllt. Die raue Struktur wird Schicht für Schicht geebnet, bis eine glatte oder feinstrukturierte Oberfläche entsteht. Das ist Feinarbeit – es erfordert Geschick und Geduld.
Vorteile des Glättens
- Günstiger: Du brauchst weniger Material als beim Überputzen.
- Substanzerhaltung: Der alte Putz bleibt erhalten – du entfernst nichts Tragfähiges.
- Schneller: Weniger Trocknungszeit als eine komplette Neuputzschicht.
- Flexibel: Du kannst die Struktur selbst bestimmen – glatt oder mit Feinputz-Struktur.
Nachteile des Glättens
- Handwerk erfordert Geschick: Sichtbare Übergänge, Striemen und Kratzer sind das Risiko.
- Mehrere Schichten nötig: 2–3 dünne Schichten bis zur Deckkraft – und dazwischen Schleifen.
- Arbeitsintensiv: Das ist nicht einfach für Anfänger.
- Nicht ideal bei sehr rauen Strukturen: Bei Körnung 3–4 ist Glätten schwierig oder unmöglich.
Methode 2: Rauputz überputzen – Der zuverlässige Weg
Wie funktioniert Überputzen?
Beim Überputzen trägst du eine ganz neue Putzschicht (typisch 5–10 mm) über den alten Rauputz auf. Das ist wie eine Grundsanierung – du machst quasi eine neue Wandoberfläche. Danach hast du ein stauberes Blatt und mehr gestalterische Freiheit.
Vorteile des Überputzens
- Sicheres Ergebnis: Der alte Rauputz ist völlig verdeckt – kleine Mängel sind irrelevant.
- Vielfältiger: Du kannst Glattputz, Feinputz oder edle Strukturen auftragen.
- Pflegeleichter: Moderne Putzoberflächen sammeln weniger Staub.
- Wertsteigerung: Ein modernisiertes Finish wertet die Immobilie auf.
- Auch für Anfänger geeignet: Mit den richtigen Produkten und Werkzeugen machbar.
Nachteile des Überputzens
- Höherer Materialverbrauch: Mehr Spachtelmasse, mehr Kosten.
- Längere Trocknungszeit: Dickere Schichten brauchen mehr Trocknungszeit dazwischen.
- Mehr Arbeit: Die Fläche wird größer, die Arbeitsdauer länger.
- Raumveränderung: Die Wand wird um 5–10 mm dünner (kaum merklich, aber bei sehr engen Räumen zu beachten).
Das richtige Spachtelmaterial: StoLevell In Fill
StoLevell In Fill – Profi-Spachtelmasse
Eine hochwertige Gipsspachtelmasse zum Füllen und Glätten. Geeignet für Q1–Q4 Oberflächengüte. Sie ist einfach zu verarbeiten, fein strukturiert und ideal für beide Methoden – ob Glätten oder Überputzen.
Der StoLevell In Fill ist die ideale Spachtelmasse für beide Methoden. Sie haftet bombenfest auf Rauputz, lässt sich fein verarbeiten und schleift einfach ab. Bei uns kaufst du Sto Produkte zum Bestpreis.
Schritt-für-Schritt Anleitung: Rauputz glätten

Beim Glätten ist das Wichtigste: kleine, dünne Schichten auftragen. Ich arbeite mit einer Spachtelmasse in dünnen Strichen – nicht zu dick, nicht zu aggressiv. Das Geheimnis ist Geduld und mehrere Überarbeitungen statt einmal dick auftragen.
Schritt 1: Vorbereitung
Rauhputz mit Staub- oder Fusselrolle absaugen. Lose Teile mit Drahtbürste entfernen. Abkleben (Fußleisten, Deckenkante, Fensterkanten) mit Kip 300 Feinkrepp.
Schritt 2: Untergrund grundieren
Den Rauputz mit StoPrim GT grundieren. Das sorgt für gleichmäßige Saugfähigkeit und bessere Haftung der Spachtelmasse. 2–4 Stunden trocknen lassen.
Schritt 3: Erste Spachtelschicht
StoLevell In Fill mit einer breiten Spachtelkelle (30–60 cm) in dünnen Lagen auftragen. Nicht dick aufdrücken – nur die Rauigkeiten füllen. Die Schicht sollte so dünn sein, dass die Rauputzstruktur noch leicht zu sehen ist.
Schritt 4: Trocknen und schleifen
Mind. 12–24 Stunden trocknen lassen. Dann mit 120er Schleifpapier oder Schleifschwamm abschleifen. Die Oberfläche wird rauer – das ist normal und gewünscht.
Schritt 5: Weitere Schichten
Wiederholen: Spachtel → Trocknen → Schleifen. Typisch brauchst du 2–3 Durchgänge. Mit jeder Schicht wird die Oberfläche glatter.
Schritt 6: Feinschliff
Nach der letzten Schicht mit 150er oder 180er Schleifpapier fine abschleifen. Danach mit feuchtem Schwamm oder Fusselrolle säubern. Jetzt ist die Oberfläche fertig für Farbe.
Schritt-für-Schritt Anleitung: Rauputz überputzen
Schritt 1: Untergrund prüfen
Der alte Rauputz muss tragfähig sein – keine bröckeligen oder losen Stellen. Wenn nötig, festigen mit Fixativ oder Grundierung.
Schritt 2: Grundieren
Mit StoPrim GT grundieren. Das ist essentiell, um Saugfähigkeit zu kontrollieren und spätere Putzarbeiten zu erleichtern.
Schritt 3: Spachtelmasse aufbringen
Mit StoLevell In Fill in 5–10 mm Dicke aufspachteln. Hier kannst du dickere Schichten nehmen als beim Glätten. Mit Glättekelle oder Zahnspachtel arbeiten.
Schritt 4: Strukturieren oder glätten
Bevor die Masse fest wird, kannst du strukturieren (mit Bürste, Schwamm, Trowel) oder glatt spachteln. Das ist deine gestalterische Freiheit.
Schritt 5: Trocknen und schleifen
Grundlich trocknen (24–48 h). Danach mit 120er–150er Schleifpapier die Oberfläche ebnen.
Schritt 6: Fertig!
Du hast nun eine komplett neue Wandoberfläche. Streichen oder strukturieren nach Wahl.
Das wichtigste Werkzeug: Abklebeband
Kip 300 Feinkrepp – Präzises Abkleben
Hochwertiges Abklebeband für glatte Untergründe. Mit dem Feinkrepp erreichst du saubere Kanten bei Spachtelmasse und später bei der Farbe. Unverzichtbares Werkzeug für saubere Arbeit.
Vergleich der zwei Methoden
| Kriterium | Glätten | Überputzen |
|---|---|---|
| Kosten | €€ (niedrig) | €€€ (mittel–hoch) |
| Zeitaufwand | 2–3 Wochen (inkl. Trocknungszeiten) | 3–4 Wochen |
| Handwerk-Schwierigkeit | Schwierig, erfordert Geschick | Mittelschwer, machbar für Anfänger |
| Ergebnis-Sicherheit | Risiko für sichtbare Übergänge | Sicheres, gleichmäßiges Ergebnis |
| Gestalterische Freiheit | Limitiert auf glätten/fein | Glätten, Feinputz, Struktur möglich |
| Ideal für Anfänger | Nicht empfohlen | Ja, mit Geduld |
FAQ: Häufige Fragen
Deine Entscheidung: Welche Methode passt?
Glätten: Wenn du Kosten sparen willst, die alte Wand nicht verändern möchtest und bereit bist, Zeit und Geschick zu investieren.
Überputzen: Wenn du ein modernes, sicheres Ergebnis willst und Zeit/Budget hast. Das ist heute der Standard bei Modernisierungen.
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