Raufasertapete streichen: So geht's richtig

Malermeister Thomas
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Malermeister Thomas
Malermeister mit 20+ Jahren Erfahrung · Stand: August 2026
Das Wichtigste in Kürze

Raufasertapete ist zum Streichen gemacht: Mit matter Dispersionsfarbe, einer mittelflorigen Rolle und der richtigen Reihenfolge (erst Kanten, dann Fläche, nass-in-nass) bekommst du ein gleichmäßiges Ergebnis ohne Ansätze. Drei- bis fünfmal überstreichen ist kein Problem.

⏱ Zeitaufwand: 6 Minuten Lesezeit

Kann man Raufasertapete einfach überstreichen?

Ja — Raufaser ist genau dafür gedacht. Die Tapete mit den eingearbeiteten Holzfasern ist ein Anstrichträger: Sie wird tapeziert und dann gestrichen, oft über Jahrzehnte immer wieder. Drei- bis fünfmal überstreichen ist je nach Prägung problemlos möglich, bevor die Struktur unter den Farbschichten verschwindet.

Zwei Dinge prüfst du vorher: Hält die Tapete noch fest an der Wand (besonders an Nähten und Ecken)? Und ist der Altanstrich tragfähig — also fest, matt und sauber? Wenn beides passt, kannst du direkt loslegen.

Welche Farbe für Raufasertapete?

Die Standardwahl ist eine matte Dispersions-Innenfarbe mit hoher Deckkraft. Matt deshalb, weil Glanz jede Unebenheit der Struktur betont — und Raufaser lebt von ihrer Struktur, nicht von Glanzeffekten.

  • StoColor In — der Allrounder für Wohnräume: hoher Weißgrad, lösemittel- und weichmacherfrei, in jedem Wunschfarbton mischbar.
  • StoColor Rapid Ultramatt — wenn es schnell gehen muss oder die Wand mehr aushalten soll: schnell trocknend und strapazierfähig, ideal für Flur, Treppenhaus und Kinderzimmer.

Von Billigfarbe rate ich bei Raufaser ab: Schlecht deckende Farbe zwingt dich zu einem dritten Anstrich — das kostet mehr Zeit und am Ende auch mehr Geld, und jede zusätzliche Schicht schluckt Struktur.

Schritt für Schritt: Raufaser streichen ohne Ansätze

1. Vorbereiten und abkleben

Möbel raus oder abdecken, Boden mit Malervlies auslegen, Steckdosen und Leisten mit Kreppband abkleben. Löcher und beschädigte Stellen vorher ausbessern und trocknen lassen. Neue, unbehandelte Raufaser einmal mit verdünnter Farbe oder Tiefengrund vorstreichen, damit sie nicht ungleichmäßig saugt.

2. Kanten und Ecken vorlegen

Mit Pinsel oder kleiner Rolle zuerst alle Ecken, Kanten und Anschlüsse streichen — aber immer nur so weit, wie du gleich mit der großen Rolle nacharbeitest. Trocknet der Vorlege-Rand ein, siehst du später Ansätze.

3. Fläche nass-in-nass rollen

Mit einer mittelflorigen Rolle (12–13 mm) bahnenweise arbeiten: Farbe satt aufnehmen, in Bahnen auftragen und jede Bahn in die noch nasse vorherige einarbeiten. Zum Schluss jede Fläche einmal ohne Druck in eine Richtung nachrollen — das verteilt die Farbe gleichmäßig in der Struktur.

4. Trocknen lassen und prüfen

Nach dem Durchtrocknen bei Tageslicht schräg gegen die Wand schauen. Deckt der erste Anstrich nicht vollständig — bei kräftigen Altfarben normal — folgt ein zweiter Anstrich in gleicher Technik.

Wie viel Farbe brauchst du?

Raufaser braucht durch ihre Struktur etwas mehr Farbe als eine glatte Wand — rechne grob mit einem Zuschlag von 10–20 % auf den normalen Verbrauch. Am einfachsten rechnest du deinen Bedarf mit unserem Farbverbrauchsrechner aus — der legt dir die passende Gebindegröße direkt in den Warenkorb.

Typische Fehler beim Raufaser-Streichen

  • Zu wenig Farbe auf der Rolle: Die Struktur wird nur oben angestrichen, in den Vertiefungen bleibt der alte Ton sichtbar.
  • Ansätze durch Pausen: Wer mitten auf der Wand aufhört, sieht die Kante für immer. Immer wandweise fertig streichen.
  • Glänzende Farbe: Betont jede Unebenheit und lässt sich auf Raufaser kaum ausbessern.
  • Lose Tapete überstreichen: Die Feuchtigkeit der Farbe löst angelöste Nähte vollends. Erst kleben, dann streichen.

Häufig gestellte Fragen

▸ Wie oft kann ich Raufasertapete überstreichen?
In der Regel drei- bis fünfmal, je nach Prägung. Bei feiner Raufaser verschwindet die Struktur schneller unter den Farbschichten als bei grober. Wenn die Struktur kaum noch sichtbar ist oder die Tapete sich löst, ist ein Tapetenwechsel die bessere Wahl.
▸ Muss ich Raufasertapete vor dem Streichen grundieren?
Neue, unbehandelte Raufaser saugt stark — hier lohnt ein verdünnter Voranstrich oder ein Tiefengrund, damit die Deckschicht gleichmäßig wird. Bereits gestrichene Raufaser mit fester, matter Altbeschichtung kannst du direkt überstreichen.
▸ Welche Rolle nehme ich für Raufaser?
Eine mittelflorige Polyamid-Rolle (etwa 12–13 mm Florhöhe). Sie bringt genug Farbe in die Struktur, ohne sie zuzukleistern. Für Ecken und Kanten zusätzlich einen Heizkörperpinsel oder eine kleine Rolle.
▸ Die Tapete wirft beim Streichen Blasen — was tun?
Kleine Blasen verschwinden meist beim Trocknen wieder, weil sich die Tapete zusammenzieht. Große Blasen oder gelöste Nähte zeigen, dass der Kleister nicht mehr hält: aufschneiden, nachkleben, trocknen lassen — erst dann weiterstreichen.
▸ Welche Farbe ist die beste für Raufasertapete?
Eine matte Dispersions-Innenfarbe mit hoher Deckkraft (Klasse 1 oder 2). Für normale Wohnräume ist StoColor In der Allrounder; wenn es schnell gehen muss und die Wand oft angefasst wird, ist StoColor Rapid Ultramatt die robuste Wahl.

Zusammenfassung

Raufaser streichen ist eines der dankbarsten Malerprojekte: Der Untergrund ist gutmütig, die Technik schnell gelernt. Mit einer hochwertigen matten Innenfarbe wie StoColor In, einer mittelflorigen Rolle und der Nass-in-nass-Technik schaffst du in einem Wochenende ein Ergebnis, das viele Jahre hält. Alle passenden Produkte findest du in unserem Shop — und bei Fragen erreichst du mich über die Malermeister-Beratung.

Noch unsicher, ob Raufaser überhaupt die richtige Tapete für dich ist? Der Vergleich Vliestapete oder Raufaser? hilft bei der Grundsatzentscheidung.

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