Fassade streichen · Kosten & Rechner
Was kostet es wirklich, Deine Fassade zu streichen?
Material, Gerüst, Vorarbeit, Profi-Lohn — alle vier Positionen zusammen bestimmen, was Du am Ende zahlst. Ich zeige Dir, wo das Geld wirklich landet, und der Rechner unten gibt Dir eine ehrliche Spanne für Dein Haus.
Im Schnitt 25–60 €/m² Fassadenfläche inkl. Material, je nach Untergrund, Farbsystem und ob ein Gerüst nötig ist. Der Rechner unten gibt Dir eine konkrete Spanne für Deine Situation — in unter 30 Sekunden.
Fassaden-Kostenrechner
Gib Deine Eckdaten ein — Du bekommst eine realistische Kosten-Spanne, kein Werbemärchen.
Alle Angaben sind Richtwerte — Fassaden sind individuell. Schlagseitenexposition, Fassadentyp, Regionale Lohnunterschiede und Gerüst-Zugänglichkeit können abweichen.
Was Du wirklich bezahlst: Die vier Kosten-Blöcke
Jeder Kostenblock hat andere Stellschrauben. Ich erkläre Dir, wo Geld gespart werden kann — und wo es eher schadet zu sparen.
Fassadenfarbe + Grundierung (StoPrim Plex oder StoPrim Putzgrund). Je nach System: Silco ist am günstigsten, Lotusan und Dryonic kosten mehr, halten dafür länger. Faustregel: ca. 0,20–0,35 l/m² Farbe pro Anstrich, 2 Anstriche einkalkulieren.
Nur bei mehrgeschossigen Gebäuden. Ein Standgerüst für ein EFH (200 m² Fassade, 4–6 Wochen Standzeit) kostet im Bundesdurchschnitt ca. 1.800–3.000 €. Der Vermieter stellt immer eine Standzeit-Kalkulation — genau lesen. Gerüstbau ist kein Bereich zum Sparen.
Anlauger (StoAnlauger), Grundierung (StoPrim Plex), Reparaturspachtel (StoLevell Repair). Bei einem Untergrund in gutem Zustand reicht die Grundierung. Bei Kreiden oder losen Stellen wird's aufwendiger — hier nicht schummeln, das rächt sich beim Anschluss-Anstrich in 5 Jahren.
Regional sehr unterschiedlich. Norden und Osten: eher 28–38 €/m². Süddeutschland / Großraum München: 45–60 €/m². Schwieriger Untergrund, Stuckelemente oder dunkle Töne erhöhen den Aufwand. Als Eigenleistung sparst Du diesen Block komplett — mit klaren Grenzen (s. u.).
DIY vs. Profi — wann lohnt sich was?
Die ehrliche Wahrheit: Fassade streichen ist körperlich intensiv und hängt stark von Vorbereitung und Zugänglichkeit ab. Hier sind die entscheidenden Kriterien.
DIY selbst streichen Material-Kosten bleiben
Profi beauftragen
„Ich habe schon Fassaden gesehen, bei denen der Vorbesitzer einfach drübergestrichen hat — Dispersion auf Silikat, ohne Haftprüfung, ohne Grundierung. Fünf Jahre später kam jemand zu mir mit einer Fassade, die in großen Platten abging. Der eigentliche Fehler war nicht der Anstrich, sondern die eingesparten 20 Minuten für die Kreidewischprobe. Mit einem nassen Schwamm über die Fassade fahren, trocknen lassen, schauen ob's kreide. Das kostet nichts. Der Schaden danach hat ihn ein Neun-tausend-Euro-Gerüst und eine Komplett-Neubeschichtung gekostet. Bitte: nimm Dir die Zeit für die Untergrund-Diagnose. Alles andere ist nachher Makulatur."
Häufige Fragen zum Fassade streichen
Fragen, die mir Kunden wirklich stellen — mit konkreten Antworten.
Was kostet es, eine Fassade von 200 m² streichen zu lassen?
Bei 200 m² mit einem Silikonharz-System wie StoColor Silco, Gerüst für 2 Geschosse und soldem Untergrund landest Du realistisch bei 8.000–14.000 € Gesamtkosten (Profi inkl. Material und Gerüst). Eigenleistung: nur Material + Gerüst = ca. 3.500–5.000 €, dafür 2–3 Wochenenden Arbeit zu zweit.
Lotusan oder Dryonic als Premium-Systeme erhöhen den Material-Anteil um ca. 15–30 %, sind aber langlebiger und können den nächsten Anstrich um Jahre verschieben.
Welche Sto-Fassadenfarbe ist die richtige für mein Haus?
StoColor Silco ist der Allrounder: Silikonharz-Basis, sehr dampfdiffusionsoffen, für nahezu alle mineralischen und organischen Untergründe. Günstiger als Lotusan, deutlich langlebiger als reine Dispersionsfarben.
Lotusan, wenn Du maximalen Selbstreinigungseffekt willst und Deine Fassade viel Regen bekommt — der Lotus-Effekt hält Schmutz aktiv von der Oberfläche fern.
StoColor Dryonic bei hohem Algen-/Pilzrisiko, Schattenwände, Fassaden nahe an Bäumen oder Grünflächen. Biotische Biozide statt chemischer Filmschutz.
Jumbosil, wenn der Untergrund organisch (Altdispersion) ist und Du eine silikonvergütete, voll tönbare Lösung brauchst ohne Silikat-Aufpreis.
Wie viel Liter Fassadenfarbe brauche ich pro m²?
Richtwerte je Anstrich (aus Sto-TDS / farbenbote.de):
- StoColor Silco: 0,20–0,25 l/m²
- Lotusan: 0,30–0,35 l/m² (höherviskos, etwas mehr Auftrag)
- Jumbosil: 0,25–0,30 l/m²
- StoColor Dryonic: 0,25–0,30 l/m²
In der Regel 2 Anstriche einkalkulieren. Bei stark saugendem Untergrund (Neubauputz, sanierter Putz) bitte Grundierung (StoPrim Plex oder Putzgrund) vorher auftragen — spart am Ende Farbe.
Meine Reserve-Regel: Immer 10 % auf die berechnete Menge drauf. Fassaden sind selten exakt die gemessene Fläche (Fensteranschlüsse, Sockel, Nischen). Der dritte Eimer, der Dir auf halber Wand ausgeht, kostet Dich den halben Urlaubstag.
Was kostet ein Gerüst für ein Einfamilienhaus?
Für ein freistehendes EFH (200 m² Fassade, ca. 6,5 m Höhe bis Traufe) liegen die Gerüstkosten typischerweise bei 1.600–3.200 € inkl. Auf-/Abbau und 4 Wochen Standzeit. Je nach Region und Zugänglichkeit (Hanglage, beengte Grundstücke, Treppentürme) auch mehr.
Wichtig: Im Gerüst-Angebot genau auf die Standzeit achten — jede Mehrwoche kostet ca. 150–250 €. Plane den Anstrich so, dass Trocknungszeiten ins Standzeit-Budget passen.
Muss ich die Fassade grundieren?
Fast immer ja. Die Grundierung (z.B. StoPrim Plex für mineralische Untergründe) erfüllt drei Funktionen:
- Saugfähigkeit regulieren (verhindert, dass die teure Fassadenfarbe in den Putz gezogen wird)
- Haftverbund sichern (wichtig bei Altanstrichen, glatten Flächen)
- Kontamination absperren (bei Schimmelspuren, Kalk-Ausblühungen)
Einzige Ausnahme: frischer Neuputz der gleichen Bindemittel-Basis, der noch ausreichend saugfähig ist — da genügt manchmal eine verdünnte Erstbeschichtung. Im Zweifel: Grundierung ist günstiger als eine misslungene Deckbeschichtung.
Kann ich im Herbst oder bei Kälte Fassadenfarbe streichen?
Sto-Fassadenfarben (inkl. Silco, Lotusan, Dryonic) dürfen nur bei +5 °C bis +30 °C Luft- und Untergrundtemperatur verarbeitet werden (exakt aus Sto-TDS). Frost-Schäden am frischen Film sind irreversibel.
In der Praxis: Oktober bis März ist riskant, besonders auf Nordseiten. Wenn Du Herbst planst, starte vor dem 15. September. Dann bist Du auf der sicheren Seite — Oberfläche trocknet, Temperatur stimmt noch.
Wie lange hält Fassadenfarbe?
Bei ordentlicher Untergrundvorbereitung und Sto-Qualitätsprodukten:
- StoColor Silco: 10–15 Jahre (Süd-/Westseiten etwas weniger)
- Lotusan: 12–20 Jahre (Selbstreinigung reduziert UV-Belastung am Film)
- Dryonic: 12–18 Jahre (biotischer Schutz hält dauerhaft durch Regeneration)
Entscheidender als das Produkt ist die Vorbereitung. Ich habe Silco-Fassaden nach 18 Jahren in tadellosem Zustand gesehen — und neue Billig-Dispersions-Fassaden nach 4 Jahren, die aussahen wie nach einem Tornado. Untergrundvorbereitung entscheidet die Haltbarkeit, nicht Marketing-Versprechen.
Was ist beim Fassade streichen die häufigste Fehlerquelle?
Nach 35 Jahren die häufigsten Fehler in der Reihenfolge:
- Falsches System auf falschem Untergrund: Dispersion auf Silikat, ohne Verträglichkeitsprüfung. Führt zu Abplatzungen.
- Keine oder falsche Grundierung: Farbe wird inhomogen aufgesaugt, schlechte Deckkraft, Haftung bricht nach 2–3 Jahren.
- Zu dünner Auftrag: Material wird gestreckt, um Kosten zu sparen. Schlechte Deckkraft, kurze Standzeit.
- Streichen bei falscher Witterung: Direkte Sonne auf heißem Putz, Frost-Risiko, hohe Luftfeuchtigkeit über 80 %.
- Löcher und Risse nicht repariert: Wasser dringt ein, friert, sprengt den Putz. Im nächsten Frühjahr sind die teuren neuen Stellen wieder kaputt.
Die drei Sto-Fassadenfarben für Dein Projekt
Qualitätssysteme, die ich seit Jahren empfehle — jedes mit einem klaren Einsatzgebiet.